Mittwoch, 4. Juli 2018

Toskana - Die Pfalz Italiens ;-)))


Die Toskana stand schon schon lange auf meiner Wunschliste von Reisezielen. Man liest so viel Tolles darüber: Antike Städte, malerische Landschaften, gutes Klima und nicht zuletzt: Gutes Essen. Als Fazit kann ich schon sagen: Stimmt alles, war eine atemberaubend schöne Reise mit Temperaturen um 25 Grad, nur ein Tag Regen und ein Tag zu heiß. Die Landschaft und die Städte sind super, wie gemalt. ABER: Apulien ist schmutziger und nicht so schmuck, dafür wesentlich abwechslungsreicher als die Toskana. Doch das ist Jammern auf hohem Niveau, war schon überwiegend traumhaft schön, unser Trip.

Von Hahn ging es nach Pisa, Ankunft gegen 17:30 Uhr, unseren Opel Corsa 1.2 in Empfang nehmen (was für eine Schleuder!), dann angenehme 15 Minuten Fahrt bis zur Unterkunft unserer AirBnB Gastgeberin Marina in Pisa selbst. Marina war nicht da, hatte ihre Nichte dazu verpflichtet, uns zu empfangen und den Schlüssel zu übergeben. Also Koffer abgestellt und nix wie ab zu DEM Tourispot überhaupt in der Toskana: Dem Piazza dei Miracoli, auf dem auch der Schiefe Turm zu finden ist. Nach dem Sonnenuntergang wird der Turm angestrahlt und es hat schon etwas Erhabenes, wie er so in die Landschaft ragt.



Die Toskana hat die Eigenheit, dass die meisten Innenstädte für den Autoverkehr gesperrt sind. D.h. man parkt außerhalb. Zu Problemen führt dies nur, wenn man die Verbotsschilder missachtet oder übersieht. Kameraüberwachung ist allgegenwärtig, über die wird das Nummernschild ermittelt und die Durchfahrt wird teuer. In Lucca am 2. Tag ist uns dies prompt passiert und ratzfatz standen wir mit dem Corsa in der Innenstadt. Ende offen, mal schauen, ob noch was von der Mietwagenfirma nachkommt. Gebrummt sind wir auf unserem Trip dieses Mal 1.000 Kilometer, sehr wenig für unsere Verhältnisse, ein Zeichen dafür, dass die Strecken nicht so riesig sind.

Lucca 

Am 2. Tag stand “nur” Lucca auf dem Programm – wir wollten es gemächlich angehen lassen. Lucca ist im Gegensatz zu den meisten Städten in der Toskana flach und bietet einen tollen Einstieg in den Urlaub. Die Türme der alten Stadtmauer thronen über der Stadt, der Platz den alten Amphitheaters lädt zum Schlemmen ein, alles sehr schön. Die Häuser sind alle mit runden Torbögen ausgestattet, bei denen mit größeren sieht man, dass es sich früher um eine Kirche gehandelt haben muss. Die Fassaden der Geschäfte sind eine Attraktion für sich.






Wieder zurück in Pisa (25 Kilometer von Lucca), knipsten wir zunächst das Keith Haring Haus, durchschritten dann die Fußgängerzone und landeten per Zufall auf dem Piazza dei Cavalieri auf dem eine Big Band „Blues Brothers“ intonierte. War schon eine tolle Stimmung – laue Sommernacht, italienisches Straßenleben beobachten, Kulisse bei Sonnenuntergang wie in einem Italo Western und eine tolle Musik als Untermalung.




Alle Bilder von Tag 1 und 2 hier

Am Tag 3 standen drei Ziele auf dem Programm: San Gimignano, Volterra und die Hafenstadt Livorno:

San Gimignano

Das Manhattan der Toskana ist für seine Türme berühmt. Von den ehemals >50 Geschlechtertürmen stehen heute noch 14 Stück. Imposante Stadt, bei der wohl schon für das bevorstehende Ritterfest Messi de XXX beflaggt war. Das alles änderte sich schlagartig, als drei Reisegruppen Einzug hielten. Es wurde schnell voll und wir zogen weiter.






Volterra

Die Stadt, in der die Szenen für Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen gedreht wurden. Wie sich herausstellte, gab der Ort lediglich seinen Namen dafür her, gedreht wurde woanders. Aber sei’s drum, schöne Stadt mit Gassen, die zum Schlendern einladen und nicht gar so viel Trubel wie in San Gimignano.






Livorno

Zum Sonnenuntergang steuerten wir die Hafenstadt Livorno an. Nach Genua immerhin der größte (umschlagsstärkste) Italiens. Die alte Festung und der Yachthafen spielten dem Sonnenuntergang als Kulisse in die Karten.
Am vierten Tag sollte es nach Ligurien gehen, etwa 100 Kilometer nördlich an der Küste entlang nach La Spezia und von dort aus nach Porto Venere sowie in die berühmten Cinque Terre, die fünf malerischen Orte an der ligurischen Küste.
Das Wetter spielte an diesem Mittwoch nur bedingt mit, es regnete zeitweise.  Was aber nicht so schlimm, zwischendurch riss der Himmel auch wieder auf und die Sonne kam durch.




Alle Bilder von Tag 3 hier

La Spezia

In La Spezia angekommen tat sich vor uns ein Hochhaus auf; eines auf den Wasser: Die Symphony of the Seas, in 2018 vom Stapel gelaufenes, größtes Kreuzfahrtschiff der Welt. Und wo die alle beim Landgang hinwollten, war uns sofort klar: In die fünf malerischen Dörfer 😒
Die Küste entlang nach Porto Venere hatten wir immer wieder traumhafte Ausblicke auf den Hafen von La Spezia. Auf dem Rückweg zum Sonnenuntergang schlenderten wir auch durch den Yachthafen – atemberaubender Luxus!








Porto Venere

Malerischer Küstenort mit exponierter Festungsanlage – durchaus einen Abstecher wert, schon alleine wegen der tollen Küstenstraße.






Cinque Terre

Von den fünf Schönheiten besuchten wir nur Vanazzo und Rosario (?). Wie erwartet war Vanazzo sehr überlaufen (Symphony of the Seas auf Landgang). Die schöne Lage in der Bucht täuscht darüber hinweg, dass eigentlich vieles einfach verkommen lassen wird. Das sah auf den Fotos ansprechender aus.









Alle Bilder von Tag 4 hier

Marina di Pisa

Der Badeort, der zu Pisa gehört besticht durch türkisfarbenes Wasser, das besonders durch den weißen Kiesstrand leuchtet. Wir beschossen, unser Frühstück am Meer in einem Cafe einzunehmen. So konnten wir in aller Ruhe dem Treiben an der Promenade zuschauen.

Montecatini Alto

Auf der Autostrada wies ein braunes Schild den Ort als Sehenswürdigkeit aus und da ich mich erinnerte, von dem Ort gelesen zu haben, legten wir einen Stopp hier ein. Und das hat sich richtig gelohnt. Neben der fabelhaften Aussicht hat das Dörfchen eine Seilbahn (die wir nicht nutzten) und eine zauberhafte Innenstadt. Gleich zu Beginn des Platzes suchten wir uns ein Vintage Cafe, das - stilvoll bis ins Detail –  uns den Blick auf das Dorfleben versüßte.  








Serravalle Pistoiese

Kurz vor Pistoia machten wir Station in diesem kleinen Ort, der einen Aussichtsturm zum Besteigen hat. Über eine Eisentreppe gelangt man nach oben und wird mit einer traumhaften Aussicht belohnt.





Pistoia

Pistoia war eine Enttäuschung. Der Domplatz mit Baptisterium und dem Dom Sankt Zeno ist vermutlich der leerste Platz in ganz Italien. Von der Größe her beeindruckend, findet sich jedoch nur eine Bar/Restaurant mit Außen-Bestuhlung. Kurioser ist da noch die Basilika: Die hat man mitten ins Wohngebiet gebaut oder zugebaut. Kein Platz davor oder dahinter, nichts wodurch sie wirken kann. Zu loben ist einzig das Eis, das wir dort schleckten….




Florenz

In Florenz angekommen, bezogen wir unser sehr schönes Zimmer bei Mattheo und Laura und ab ging es zum berühmtesten Aussichtspunkt der Stadt, dem Piazzale Michelangelo. Der ist zwar echt überlaufen, aber man hat einen traumhaft schönen Blick auf alle Sehenswürdigkeiten der Stadt inklusive dem Arno. An diesem Aussichtspunkt gingen wir dann einen Tag später auch zu meinem Geburtstagsdinner und das ist ein unvergessliches Erlebnis, an das ich mich ewig erinnern werde.
Samstags stand dann Florenz und seine Sehenswürdigkeiten auf dem Programm. Der geneigte Leser wird sich schon denken: Florenz am Samstag? Ist das nicht sehr voll? Den kann ich korrigieren: Es ist brechend voll 😕. Was Florenz an Sehenswürdigkeiten auf engstem Raum zu bieten hat ist schon atemberaubend und da wir uns bewusst waren, dass an einem Samstag eben vieles aus Zeitgründen nicht geht, ließen wir uns einfach durch die Stadt treiben. Mit 30 Grad war es auch einer von zwei heißen Tagen, was einer Städtetour nicht unbedingt zuträglich ist. Der Andrang und die Schlange vor dem Dom waren unbeschreiblich groß, in der Foodhall der Markthalle war es neben voll auch stickig und heiß. Also konzentrierten wir uns auf die künstlerisch veredelten Verkehrszeichen und ließen uns im touristischen Strom treiben.














Siena

Freitags stand Siena auf dem Programm. Die Stadt ist neben seiner Schönheit und dem Dom auch für den zweimal jährlich stattfindenden Palio bekannt. Bei dem Ereignis batteln sich die einzelnen Stadtteile. In Pisa ist es ein Bootsrennen, in Florenz der Calcio Storico und in Siena ist es ein Pferderennen. Besonderheit dabei ist, dass es auf dem muschelförmig angelegten Piazza del Campo stattfindet. Die Regeln dabei sind recht rustikal: Ohne Sattel in den Farben seines Stadtteils darf der Jockey auch mit der Gerte auf das Pferd des Kontrahenten schlagen. Obwohl wir nicht dabei waren, sprechen schon die Videos Bände.
Wirklich beeindruckend neben dem Piazza del Campo ist der Dom zu Siena. Wir standen beide mit offenem Mund in der Kathedrale, überwältigt von so viel Details und Schönheit - klassisches Stendhal Syndrom 😂. Man kann sich Stunden in Details verlieren und entdeckt immer wieder Neues. Das erste Gotteshaus, aus der man mich nach einer Stunde „raustragen“ mussten 😉. Das lag aber nicht an einer zeitlichen Begrenzung, sondern an unserem Zeitplan. Sehr sehenswert ist auch die Bibliothek, die mit opulenter Deckenmalerei begeistert.













Alle Bilder von Tag 5 und 6 hier
Alle Bilder von Tag 7 und 8 hier.  

Fiesole

Am letzten Tag hatten wir außer den Reise zu unserem Abflughafen in Pisa nichts vor und so fuhren wir nach Fiesole, dicht bei Florenz und mit schöner Aussicht auf die Stadt. Etwas überraschend machte sogar der rote HopOn/HopOff Bus aus Florenz dort Station. Netter Ort mit motivgestalteten Abdeckungen der Gasanschlüsse. Schnitzeljagd für Toskana Motiv- und Streetartliebhaber. Die Festung bietet Einblick in das antike Kirchenleben und das römische Theater liegt der zu Füßen.
Die Toskana zeigte sich uns von ihrer schönsten Seite und ein zweites Mal ist mehr als wahrscheinlich. Dann aber südlicher mit Grosseto, Elba und dem Marmara Gebiet. Arrivederci Toscana, alla prossima!       






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