Montag, 25. Juni 2018

Ein Wochenende auf der Kieler Woche

Hmm. Wie kommt man dazu, die Kieler Woche zu besuchen? Bei mir war es reiner Zufall. Ich hatte zwar schon von ihr gehört, aber nicht beabsichtigt, ihr einen Besuch abzustatten. Aber wie der Zufall so spielt… 

Ich war für zwei Wochen beruflich in Hamburg verplant und da es sich nicht lohnt, freitags zurück und sonntags wieder hin zu fahren, beschloss ich, in Hamburg zu bleiben. Also gegoogelt, was an dem Wochenende in Hamburg geboten war. Ich entdeckte nichts, was mich dort ansprach, aber die Kieler Woche fand statt. Ich machte mich mit dem Programm vertraut und staunte nicht schlecht. Allein über das Wochenende spielten Jupiter Jones, Heinz Rudolph Kunze, Silly, Extrabreit, Tim Bendsko und Michael Schulte kostenlos an unterschiedlichen Locations. Mich interessierte hauptsächlich die Windjammerparade und das Abschlussfeuerwerk – also beschloss ich, dort übers Wochenende von Hamburg aus hinzufahren. Bea brachte mich auf die Idee, sich doch besser gleich ein Zimmer in Kiel zu suchen, dann erspare ich mir die Fahrerei und das war definitiv die richtige Wahl.

Das Zimmer bei Mattis in der WG war mit 35m² geräumig und die Vierer-WG eine Studentenbude aus dem Bilderbuch. Alles liebevoll chaotisch, die Mitbewohner sehr offen und hilfsbereit.

Freitag abends zog ich los an die Kieler Förde und Lisa aus der WG sagte noch: „Kannst eigentlich überall hin bis auf die Hörn“. Und wo lande ich? An der Hörn! Das war aber zum Fotografieren einfach das Spektakulärste, da es das beste Licht und die schönsten Schiffe hatte. Auf der Ostseite der Förde fand eine Art Volksfest statt, also fotografierte ich gleich das beleuchtete Riesenrad mit. Zwar war wie geschildert alles voll mit angeheiterten bis sturzbetrunkenen Jugendlichen, aber die ließ ich einfach links liegen.








Am Samstag morgen machte ich mich auf zur Windjammerparade. Bei schönem Wetter wollte ich mich aufmachen zum Leuchtturm und dem Falckensteiner Strand, wo die Förde am engsten ist und man die Schiffe am Besten sieht, aber es war dunkel bewölkt. Was ich anders erwartet hatte war, dass die Schiffe nicht unter vollen Segeln fuhren. Meist war nur ein kleines Segel ausgefahren und das fand ich schade. Aber zum Fotografieren war das Licht sowieso zu schlecht. Anschließend ging es in die Stadt. Am Rathausplatz gab es einen internationalen Markt, der Speisen aus XXX Ländern anbot. Pakistanisch, Sri Lanka Food, Estnisch und und und. Sehr interessant – was auch Tausende anderer fanden – es war einfach zu viel Gedränge.
Also an der Kiellinie zurück und das war eine Mischung aus Fressmeile, Strandpromenade,
Event-Park und „Sehen und gesehen werden“. 






Abends fand das WM Spiel Deutschland – Schweden statt (ich habe es auf dem Zimmer angeschaut, Public Viewing war mir zu viel Trubel) und als ich danach loszog, waren die Betrunkenen in der ganzen Stadt. Bei mir stand die OCEAN Jump Night auf dem Programm. BMX’ler und Windsurfer, die einen Rampe runterfahren und akrobatisch ins Wasser springen, untermalt von fetten Beats und Pyrotechnik – genau meins. Das war spektakulär, witzig, spannend und wahnsinnig unterhaltsam. Mehr Bilder dazu gibt es hier.





Sonntags ging ich nochmals die Kiellinie entlang, besuchte das Nordmarksportfeld (wo die Heißluftballons abheben) und dort fand zufällig eine Oldtimerparade statt. Abends machte ich mich dann auf zum Feuerwerk, das um 23 Uhr startete. Den ganz optimalen Platz hatte ich nicht, aber ich hatte freie Sicht, konnte die Kamera mit Stativ aufbauen und hatte über Fernsteuerung der Kamera alles im Griff. Das Feuerwerk selbst war Klasse: Choreografiert zu Songs von U2, Coldplay und Europe, rechts davon die voll beleuchtete AIDA Bella und ein wirklich schönes Feuerwerk. Nach 15 Minuten Vollgas war das Spektakel vorbei und damit auch die Kieler Woche. Für mich und all die anderen, die nach Hause wollten, fing der Spaß aber erst an. Die Ziehharmonika Busse waren so vollgestopft, wie ich es in Indien vermutete, nicht in Deutschland. Das Problem für mich war dabei, dass die Anzeigetafeln ausgefallen waren, ich nachts nicht sah wo wir uns befanden und die Fahrt zu einem Blindflug wurde. Über GPS und Google Maps auf dem Handy konnte ich ausfindig machen, wo wir waren und stieg auch tatsächlich an der richtigen Haltestelle aus.







Alles in allem hat sich ein Wochenende auf der Kieler Woche wirklich gelohnt. Das Wetter hat leider nicht mitgespielt, da es fast immer bewölkt war oder nieselte. Die großen Ereignisse waren sehr voll, aber alleine die Ocean Jump Night Show und das Feuerwerk haben für alles entschädigt. Dazu viele Schiffe, Attraktionen, Unterhaltsames – einfach für jeden Geschmack etwas dabei.

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